Bastei – Das goldene Dreieck (Extended)

Erster Tag, erstes Glück

Der Anreisetag in die sächsische Schweiz, wurde mit dem Besuch des Festung Königstein gebührend gewürdigt. Nach der ersten Nacht also, sollte der Urlaub richtig beginnen. Eine „kleine“ Wanderung von rund 15KM stand auf den Plan.

„Ach komm, dies ist das Elbsandsteingebirge! So anspruchsvoll ist das hier nicht“

waren die weisen Worte, die aus meinen Mündlein schallten. Gut, anspruchsvoll war dieser Tag sicher nicht, aber sehr – sagen wir mal – weitläufig. Urlaub! Was liegt da also näher, als gleich mal den Hotspot der Region – die Bastei – abzugrasen? Natürlich nichts und so traten HoochisWelt und meine Wenigkeit eben den Sturm auf die Bastei an. (Anm. d. Red.: Oder war es nicht doch die Bastille damals…)

Ich war in meiner Vorurlaubszeit natürlich nicht ganz untätig und habe bereits im Vorfeld eine Tour rund um die Bastei zusammengebastelt. Gut, gebastelt habe ich eigentlich überhaupt nichts und ganz konkret ist die Tour von hier geklaut. Aber ganz ohne Modifikationen ging es am Ende dann doch nicht. Aber lest selbst.

(Link zur Karte auf Google-Maps, falls nicht angezeigt)

Auf gehts!

Ausgangspunkt stellte die Stadt Wehlen an der Elbe dar. Genauer gesagt der großzügige Parkplatz am Anliegeplatz der dort verkehrenden Elbdampfer. Natürlich kostenpflichtig, auch für die Prominenz aus dem Allgäu. Für knapp 4 Euro konnte ich dort immerhin meiner schwarzen Zitrone ein ganztägliches Sonnenbad verpassen. Wir schnallten also unsere Rucksäcke auf die Schultern und zogen los. Zunächst über den Dorfplatz der Stadt, welcher mit einer kleinen aber feinen Kirche aufwartete. Wir passierten diesen und folgten dem Weg hoch zur Burgruine. Nun gut, von der Ruine ist nicht mehr wirklich viel da. Es war vielmehr ein Aussichtspunkt, welcher nochmals zum Sonnetanken einlud.

Von der Burg aus ging es hinab in den Wehlgrund, wo uns auch schnell klar wurde, weshalb das Wort „Sand“ in der Gebirgsbezeichnung durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Der Weg im Wehlgrund folgte einem ausgetrockneten Wasserkanal, welcher eben mit viel Sand und noch mehr Grünzeug gefüllt war. Nach gut 30 Minuten reine Wanderzeit, kamen wir am schicksalshaften Scheideweg an. Der Route folgen, oder doch ein Abstecher? Die rote oder die blaue Pille?

Ergebnisse:

 

Und der Teufel wird sich erheben

„Abstecher“ lautete die Antwort! Ursprünglich sah die  Tour einen anderen Weg vor, allerdings war das Schild mit der Aufschrift „Teufelsgrund“ derart diabolisch verlockend, dass wir zunächst diesem gefolgt sind. Eine richtige Entscheidung! Das Ganze kann anscheindend auch als Rundweg begangen werden, aber irgendwann verlor sich bei uns der Weg im Nirvana und wir sind wieder zurückgelaufen. Also Interessenten können und sollten sich hierüber noch genauer informieren. Uns kamen jedenfalls Wanderer entgegen, die wir zuvor anderweitig gesichtet hatten. Somit musste es dort nur einen Rundweg geben. Egal, weiter im Kontext.

Wir liefen also weiter in den Teufelsgrund und bekamen den Himmel auf Erden zu sehen. Es umschlung uns eine Flora, dessen Schöpfer wohl die mayastämmige Version von Indianer Jones gewesen sein musste. Hölle – um den teuflischen Wortlaut beizubehalten – war das geil dort! Das komplette Gebiet wurde enger und enger. Wir liefen durch Schluchten, die so zugewachsen waren, dass wir dachten, wir wären durch ein Portal irgendwie im tiefsten Dschungel gelandet. Wäre auf einmal ein Tiger um die Ecke gekommen, ich wäre nicht überrascht gewesen. Auf halber Strecke in etwa, bogen wir zu unserer Linken in die „Teufelskammer“ ab. Hier sollte sich alles noch mehr zusammenschnüren. Menschen die an Klaustrophobie leiden, sollten hier schleunigst umdrehen. Es ging sogar soweit, dass ich kurzzeitig den Rucksack abnehmen musste. Das hätte jetzt natürlich auch an meiner 220kg Körperschwabbelmasse liegen können, tat es aber nicht. Die Gänge wurden einfach teilweise so eng in diesem Teil der Schlucht, dass es anders nicht mehr möglich war voranzukommen. Einzig HoochisWelt konnte mit Ihrer 1,10m Körpergröße und 25kg Gewicht ohne Probleme passieren *lach*.

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Inmitten der Teufelskammer trafen wir auf die sagenumwobene „Heringshöhle“. Zwei Passanten, welche sich ohne Licht nicht in die Höhle trauten, kamen uns entgegen.

„Diese bekackten Amateure“

hätte Walter Sobchak  jetzt wohl erwidert, aber der geneigte Outdoorknipser ist natürlich bestens vorbereitet. Stirnlampen *klingelingeling*. In bester Human Cencepite Manier nahmen wir die Beiden also im Sandwich und drangen langsam aber zielstrebig in die feuchte Höhle ein. … *schmunzel* … Leider war der obere Ausgang versperrt, denn eigentlich verbirgt sich darin ein kleiner Rundgang und so mussten wir auf halber Strecke wieder umkehren. Der Ort selbst war recht „scary“ und das Umdrehen der Passanten zuvor, kann ich durchaus nachvollziehen. Irgendwann kamen wir nämlich an einem kleinen Altar aus Teelichtern und sonstige Gaben vorbei. In der Ferne konnte man hier schon den Kanibalen hören, der die Messer wetzte.

Unser Abstecher in den Teufelsgrund dauerte knappe 2 Stunden, weil es einfach ein so faszinierendes Stück Natur war. Das Positive: Die Tourischwärme bogen zum großen Teil auf den anderen Weg ab und der Teufelsgrund wirkte dadurch noch idyllischer. Wieder standen wir am selben Scheideweg wie zuvor. Diesmal hatten wir jedoch nur noch eine Option.

Ergebnisse:

 

Die Idylle

Wir folgten wieder der ursprünglichen Route in Richtung der angeschriebenen „Waldidylle“. Einem kleinen Gasthaus inmitten des weitläufigen Gebietes. Viele der Wanderer liefen wohl auch nur bis dort hin, da sich ab dort das Feld der rucksacktragenden Heerscharen ziemlich lichtete. Nach der Waldidylle verliesen wir die usprünglich von der Website ausgeschriebene Route. So 100%ig genau kann ich Euch es auch nicht sagen. Wir wanderten noch bis zum „Felsentor“, wo ich dem weißen Hund aus „Ocarina of Time“ begegnete. Link ließ sich leider nicht blicken und Prinzessin Zelda hatte ich anders in Erinnerung. Allgemein hatte ich nur genau zwei „Schüsse“ für den Hund. Auch wenn die Bilder am Ende dann nicht so geworden sind, wie gewünscht. Der Moment war einfach „Mega“. Weisser Hund in grüner und felsiger Umgebung. Hättet Ihr sehen müssen *lach*.

Nach dem Tor entschieden wir uns uns für den „Kluftsteig“. Dieser war eigentlich nicht vorgesehen, sah aber durch die extreme Steilheit einfach zu verlockend aus. Oben angekommen wandelte sich die Welt von Dschungeldickicht in normales und gewohnten Waldterrain. Von dort aus ging es nun etwas verschachtelt weiter in Richtung der Bastei. Den „Steinernen Tisch“ haben wir somit ausgelassen, denn der Wettinweg an den Klippen entlang, empfanden wir schöner zu gehen als einfach nur ein „Rastplatz aus Stein“.

Ergebnisse:

 

Die Schweden, die gekaufte Amsel und das Ende

Nachdem wir den Wettinweg passiert hatten, trafen wir auf die Basteistraße. Straße? Ja, ihr könnt auch mit dem Auto fahren, aber dann verpasst Ihr die ganze schöne Natur. Es war also vorbei mit der Ruhe und nach einem kleinen Waldstück, sahen wir auch schon den Parkplatz an der Bastei. Das durchaus imposante Gebiet weiss zu beeindrucken. Sei es die Fernsicht über die Täler der Elbe, der Blick auf die Festung Königstein oder die Aussicht auf die Schrammsteine. Die Basteifelsen waren über kleine Brücken miteinander verbunden, über die wir natürlich auch gegangen sind. Am Ende des Weges erwartete uns die kostenpflichtige Felsenburg Neurathen. Wir lehnten dankend ab.

Nachdem wir also alles im Kasten hatten und das „Gipfelbier“ verkostet wurde, ging es an den Abstieg. Da sollte ja noch so ein Wasserfall auf uns warten *hust*.  Ja, ein Wasserfall und da darf das floSen natürlich nicht fehlen. Über den Weg der Schwedenhöhlen ging es also Bergab zum Amselfall. Der Abstieg ist teilweise steil und rutschig gewesen, da er über gefühlt 500 hölzerne Treppenstufen führte. Uns sind im Laufe des Abstieges Wanderer entgegengekommen, die schon halb am kolabieren waren. Ganz ehrlich? Ich glaube nur 50% davon sind jemals oben angekommen. Das ist quasi so, als würde man die Stufen zum Gimpelhaus hinauf x3 nehmen *lach*.

Unten angekommen ging es dann endlich zum besagten Amselfall. Sensationell! Atemberaubend! Muss man gesehen haben! Einzigartig! Diese  Superlativen schwirrten mir schon im Kopf umher, als wir in Richtung des Falles liefen. Nun gut, was soll ich sagen. Wenn Ihr lustig drauf seid, schaut es euch an. Sowas muss man echt irgendwie gesehen haben. Ich ringe noch immer mit Worten um es zu beschreiben. Aber kurz und knapp: Ihr müsste 1,50€ investieren. Dann wird ein Knopf gedrückt und zack, fließt Wasser. Echt! Ehrlich! Ja, Ihr habt richtig gelesen. Wasserfall gegen Bezahlung. Die Hure der Bastei. Ich wollte direkt wieder gehen, als sich drei Jugendliche ein Herz fassten und tatsächlich bezahlten. Na gut, dann wurde er eben doch noch eingefangen. Verrückte Welt.

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Wo ein Fall, da ein See. Über den Amselfall ging es zum gleichnamigen Amselsee. Dieser war echt und konnte ganz ohne Bezahlung von uns passiert werden. Angekommen im Kurort Rathen (Anm.d.Red.: Aha…! Der Übeltäter. Kurort. Wasserfall nur gegen Bezahlung… tz!), hatten wir noch einen weiten Fussmarsch zurück zum Parkplatz. Vorbei an den weißen Brüchen, ging es entlang der Elbe zurück zum Parkplatz zur Stadt Wehlen. Von den weißen Brüchen war leider nicht viel zu sehen, dafür hätten wir schon auf dem anderen Elbufer laufen müssen.

Da mich Teer immer fertig macht, war ich froh endlich am Auto angekommen zu sein. Ich kann 11,5 Stunden – so lange waren wir unterwegs – auf Stein und Schotter laufen, aber Teer geht einfach gar nicht. Meine Waden fangen da sofort an zu zicken. Machte aber nichts, am nächtsen Tag sollte ja nur die entspannte Tour in den Kromlauer Park auf der Agenda stehen… *doh*.

 

Artikel: HoochisWelt: Das goldene Dreieck der sächsischen Schweiz

 

Ergebnisse:

 

 

 

 

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

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