Der Alpkönigblick auf dem Hauchenberg

Büchlein Büchlein im Regal

Die Geschichte ist diesmal schnell erzählt, bot jedoch so einiges an (ungewollter) Action und Dramatik. Es war ein Tag voller Langeweile, der einfach so vor sich hindümpelte. Da das Wetter nicht gerade schlecht war, bekam ich zur Mittagszeit auf einmal Lust was zu unternehmen. Für eine größere Tour war die Zeit nun zu knapp, also fragte ich mein schlaues Wanderbüchlein, wo es denn nun hingehen soll. Siehe da, es hatte sogar die passende Antwort für mich parat. Der Hauchenberg (1.250m). Kurzer Anstieg, eine leichte Gratwanderung, schöne Weitsicht und als Bonbon noch ein Aussichtsturm – der Alpkönigblick.

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„Ja gut, bevor ich hier nun Wurzeln schlage. Auf gehts!“

und ich packte meine sieben Wandersachen zusammen. Mit dabei, wie immer wenn ich meine Haustüre verlasse, das Fotoequipment. Ab gings also ins Oberallgäu. Ausgangpunkt der Tour war am Nachmittag ein Parkplatz mitten im Ortszentrum von Missen-Wilhams.

Arschwasser

Die Tour began etwas verwirrend, weil ich den im Büchlein hinterlegten Wegpfad nicht wirklich fand. Aber hey! Ich bin ein Mann, ich hab einen Orientierungssinn 🙂 Nach ein paar Minuten hatte ich mich dann auf den richtigen Weg gekämpft. War auch gar nicht schwierig, das Prinzip Chaos war hierbei sehr hilfreich.

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Ich sollte mich dem ersten „Höhepunkt“ der Tour nähern. Merke: Nach einem kräftigen Schluck aus der Pulle, sollte man immer den Verschluss kontrollieren. Ich hatte den Verschluss 1mm schief aufgedreht und lief weiter. Nachdem es dann doch relativ feucht im Bereich meines Hintern wurde und meine Schweissergüsse sich aber eigentlich noch in Grenzen hielten, wurde ich misstrauisch. „Ja *PIEP*! Leck mich doch am *PIEP*. Herrgott *PIEP* *PIEP* *PIEP*“ Es war passiert. Mein Daypack samt Fotobereich stand unter Magnesiumwasser. Kamera, Objektive, Zubehör, Tauschklamotten, Brotzeit. Einfach alles! Der Supergau! Horror! Totalschaden! Mein Body hats gut verkraftet, die Dichtungen am spritzwassergeschützten Gehäuse hielten. Selbst das Akkufach blieb trocken. Die Objektive sind nicht vollgelaufen, sondern waren nur äußerlich feucht.

„Puh, ging ja nochmal gut!“

Nach einer kurzen Reinigungsphase setzte ich die Tour fort. Ab sofort jedoch immer mit dem prüfenden Griff, ob die restliche Flasche nun auch wirklich dicht ist.

Die Horde rennt

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Der Anstieg auf den Grat des Hauchenberg ist nicht wirklich steil und anstregend. Es gibt zwar die ein oder andere knackige Passage, aber grundsätzlich würde ich es als einfache Familientour einstufen. Auf dem Weg zum Gipfelgrat musste ich jedoch mehrmals feindliches Terretorium durchqueren und wurde prompt entdeckt und verfolgt. Sollte man leicht ängstlich gegenüber den Besetzern auf der Weide sein und ein Problem damit haben, wenn eine ganze Horde nur einen Meter hinter einem herläuft, für den ist die Route definitiv nichts. Denn wie soll ich sagen, sie waren schon sehr penetrant angehaucht. Vielleicht hatten sie aber auch nur an meiner neongelben Jacke einen Narren gefressen.

 IMG-20130630-WA0007Übers Kreuz

Ist man auf dem Grat angekommen, bietet sich einem sofort ein schöner Blick zur gegenüberliegenden Nagelfluhkette und auf die Allgäuer Alpen. Aufgrund des Waldes, bleibt einem aber der Blick auf die andere Seite ins Allgäu und in Richtung des Bodensees erst einmal verwehrt. Der Grat fällt an den Seiten nicht wirklich steil ab und ist wie gesagt schön zu durchlaufen. Kurz vor dem Highlight, dem Alpkönigblick, nimmt man dann noch das Gipfelkreuz des Hauchenberges mit. Ein Muss! Nach 30 Minuten auf dem Grat und einer Gesamtgehzeit von etwa knapp 2 Stunden erreicht man dann schließlich den Aussichtsturm. Von hier starten übrigends auch Gleitschirmflieger, wenn die Bedinungen es zulassen. Vom Turm aus hat man wirklich in allen Richtungen einen wunderbaren Blick. Egal ob ins Ober- oder Westallgäu, in die Alpen oder zum Bodensee. Man erhält einen wirklich schönen Rundumblick.

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Es war keine geplante Fototour für mich, eher ein Langeweilevertreib, darum sind auch nicht viele Bilder entstanden. Was mir jedoch besonders gefallen hat, ein Jungvieh, gänzlich ohne Ohrmarke. Ein seltener Anblick und für mich zugleich das fotografische Highlight der Tour. Landschaftlich wäre sicherlich auch was dabei gewesen, aber da es eher bewölkt war, bot sich mir jetzt kein „OHO“-Motiv. Man muss ja nicht immer zwanghaft was ablichten. Ich verweilte noch ein wenig auf dem Turm, genoss die Abendstimmung und machte mich kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder auf dem Rückweg zum Auto.

 

Ergebnisse:

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

2 Kommentare

  1. 11. Februar 2014
    Antworten

    Wie heißt es so schön „die besten Bilder entstehen im Kopf“.
    Nichts desto trotz behalte ich mir diese Tour im Hinterkopf. Vielleicht wird es bei mir dieses Jahr noch diese Tour geben.

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