Ein Besler steht im Nebel

Das Beste am Frühjahr

Das Frühjahr. Der Winter geht, alles wird so schön grün und blüht, die Vögel zwitschern von den Bäumen. Hach, ist das schön. Sollte es eigentlich und wird es sicherlich auch für den Großteil der hier lebenden Menschen sein. Ich mag diese Zeit ebenso wenig wie den Sommer selbst, aber sie bringt auch für mich was positives. Als nicht Skifahrer und Winterkletterer beginnt die Zeit, in der man endlich wieder die Berge erklimmen kann. Zeit also für eine erste Einlauftour! Grundsätzlich ist meine Einlauftour der Aufstieg zum Gipfel des Einsteins in den Tannheimer Bergen.

Dieses Jahr jedoch hab ich eine andere Tour gewählt, die berühmt berüchtigte, viel zitierte, oft gelaufene und wunderschwöne Beslerrunde in den Allgäuer Alpen. Der Besler misst eine Höhe von ca. 1670m und ist direkt am Riedbergpass zwischen Oberstaufen und Oberstdorf gelegen.

(Link zur Karte, falls nicht angezeigt)

 

Nur der frühe Wurm entwischt dem Vogel

6:00 Uhr, Abfahrt! Am Tag zuvor wurde bereits alles gepackt und ich schmuggelte klammheimlich auch mein Gipfelbier mit. Ein muss! 45 Minuten später ging es von einem Parkplatz auf Passhöhe des Riedbergpasses los. Wäre ich ein Schönwetterfuchs, ich wäre erst gar nicht aus dem Auto gestiegen. Ein dichter Nebelschleier hing in den Bergen und färbte alles in ein tristes Grau. Herrlich! Nach 5 Minuten Teerstrasse, bogen wir auf den Fussweg zur Schönberg Alpe ein. Die Alpe selbst stellt eine Art Wegekreuz für die Beslerrunde dar, da sie im späteren Verlauf wieder gekreutzt wird. Wir entschlossen uns zunächst direkt zum Besler aufzusteigen.

Der Weg war matschig, feucht, rutschig und übersäht mit Restschneefeldern. So mag ich das! Nach einer kleinen Nadelwaldpassage, überquert man den Wiesenhang unterhalb des Beslerkopfes. Imposant hierbei ist die steil abfallende Kalkgesteinswand, welche im Nebel schier endlos erschien. Nach gut 1,5 Stunden sind wir auf dem kleinen (verschnaufs)Plataeu unterhalb des Gipfels angekommen. Normale Läufer schaffen das sicherlich in 30-45 Minuten, aber das floSen muss nicht nur Übergewicht, Fotoausrüstung und Konditionsschwächen ausgleichen, sondern möchte zwischendurch auch ganz gern mal das Objektiv schwingen. Auf dem Plataeu gönnten wir uns zunächst eine kleine Rast, bei der schließlich auch dort der Nebel wunderschön Einzug erhielt. Wie bereites erwähnt, ich mag solche Stimmungen.

 

Auf, auf und davon

Kurz nach dem Plateau ging es weiter zum Aufstieg des Beslerkopfes. Durch den Matsch war der Aufstieg durchaus tricky, weil die Tritte sehr weit ausfallen und nicht wirklich Gestein für einen festen Halt bieten. Wofür aber schleppt man diese krummen Stöcke sonst mit. Nach dem Matschabschnitt kam eine kleine Motivationsbremse. Ich für meinen Teil HASSE es abgrundtief, wenn ich auf dem Weg zum Gipfel absteigen muss. Hier sind es zwar nur ein paar Höhenmeter, aber %$&?!§ Nach einem erneuten Aufstieg über den Nordhang des Beslers, wartete nicht nur 0,0 Sicht, sondern auch das heimlich geschmuggelte Gipfelbier auf uns.

Der Abstieg erfolgte über die Aufstiegsroute, es kann jedoch optional der kleine Klettersteig gewählt werden. Mit großem Rucksack, Stativ und bei feuchten Witterungsverhältnissen würde ich diesen ohne Erfahrung und Ausrüstung jedoch nicht unbedingt empfehlen.

 

Round’n’Round

Nach dem Gipfel des Beslers begann dann die eigentliche Runde. Wir passierten den Fuss des Gipfels, kamen an der Abzweigung zum vorher erwähnten Klettersteig vorbei und wanderten auf schmalem Grat weiter in Richtung des Abstieges. „Hans-gugg-in-die-Luft“ sollte man aber auf dem Grat nicht unbedingt spielen, auch wenn er nicht sonderlich ausgesetzt und lang ist. Am Ende dessen stiegen wir über stahlseilgesicherte Felsformationen hinunter zur Oberen Gund Alpe. Dort angekommen, hatten wir so ziemlich den „wildesten“ Teil überstanden und es löste sich auch langsam der Nebel.Von der Alpe ging es einen zunächst recht breit ausgebauten Weg weiter, bis dieser einen Schwenker nach Rechts ins Tal unternimmt. An dieser Stelle bogen wir links in den Wald ab, wo man auch noch die Möglichkeit hätte, einen Abstecher zum Geißwiedenkopf zu unternehmen. Wir sind grunsätzlich lauffaul *lach* und haben es deshalb gelassen, aber es soll nicht unerwähnt bleiben.

Im Tal sind wir direkt an der Herzberg Alpe herausgekommen, von der es nun leicht bergauf zurück zur Schönberg Alpe ging. Wie bereits zu Beginn erwähnt, schloss sich der Kreis wieder an der Alpe und es ging auf gewohnten Pfaden  zurück  zum Parkplatz. Am Ende bleibt eine schöne Runde, bei schöner Stimmung und diesmal nicht ganz so tollen Bildern. Aber auch mir darf es mal nicht gelingen, die Stimmung einzufangen – wo wäre sonst die Luft nach oben *lach*.

So… und jetzt hab ich genug geschwafelt. Bilder schauen!

 

Ergebnisse:

 

 

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

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