Frühlingserwachen am Bodensee

Alles wie immer!

Damit meine ich nicht, dass es eine (monster) Fototour wurde, sondern vielmehr meine Art alles fein säuberlich und strukturiert zu planen. Manche würden es chaotisch nennen, ich nenn es gezielt und spontan *lach*. Seit langer Zeit schon verfolge ich auf Facebook die Fotografien von mein-bodensee.com, welcher seinen „Followern“ immer wieder schöne Impressionen aus der Bodenseegegend darbietet. Da der Bodensee quasi nur ein Katzensprung von mir entfernt ist, war das Ziel für den Samstag also schonmal in Stein gemeiselt. Am Freitag Abend – nach einer harten Arbeitswoche – wollte ich dann meine genauen Spots definieren, hatte jedoch die Rechnung ohne den sagenumwobenen Sandmann gemacht!
Ausgeschlafen und immer noch ohne direktes Ziel bin ich gegen 1:00 Uhr Nachts erwacht und schnappte mir reflexartig erstmal das Tablet. „Ein Ziel verdammt nochmal!“ war mein erster Gedanke und ich konzentrierte mich auf das Seeufer nahe Friedrichshafen. „Sieh mal einer an“ babbelte ich vor mich hin, als ich ein kleines altes Badehäuslein zwischen Immenstaad und Hagnau entdeckte. Das Ziel für einen Sonnenaufgang war also gefunden und die Spots Bodman und Mindelsee waren sowieso von vornherein als Locationbesichtung abgesegnet (Wenn man schonmal in der Gegend ist).

Eigentlich wollte ich nochmal weiterschlafen, wäre da nicht der Blick aus dem Fenster gewesen. „Sternklar! Schlafen kann ich später, auf gehts!“ und so bin ich um ca. 2:45 Uhr in Richtung Bodensee aufgebrochen.

Kurz vor dem Bodensee

Portraitaufnahmen und die ersten Sterne

Auf dem Weg zum ersten Spot führte der Weg unweigerlich durch das gelobte Land, deren Einwohner bis Heute so ihre Schwierigkeiten mit der hochdeutschen Sprache haben *lach*. Was ich dort erfahren habe? Die sehr standhaften Einwohner sind sehr Fotoaffin gesinnt und schießen Portraits sogar Nachts um 3 Uhr aus ihren Hecken heraus! Soviel sei gesagt, die Tempo 30 sollte man durch Friedrichshafen auch um 3 Uhr Nachts einhalten, egal ob man das einzige Auto am kompletten Bodensee ist.
Gegen kurz vor 4:00 Uhr war ich dann am Campingplatz des ersten Spots (Badehaus) bei Immenstaad angekommen und machte den Wintercampern gleich mal klar, mit mir ist nicht gut Kirschen essen. Mütze, Taschenlampe, Rucksack. Ganz klar, ich musste was im Schilde führen! Ihr glaubt gar icht, wieviel Wintercamper um diese Uhrzeit wach sind und aus Ihren kleinen Wohnwägenfenstern einen auf Schritt und Tritt verfolgen. Ich könnte wetten, dass mein Kennzeichen an diesem Morgen auf dem ein oder anderen Zettelchen landete *gg*.
„Gut, Taschenlampe an und ab durch die Hecke“ sagte ich mir und bin in Richtung des ersten Spots gelaufen. Wo der war? Keine Ahnung, ich wusste grob die Richtung und bin einfach mal am Ufer entlang gewandert. Irgendwann stand es vor mir, DAS BADEHÄUSCHEN. „Legen wir los!“ dachte ich, brachte das Stativ in Postion und begann zu knipsen.

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Nach den ersten Sternenbildern bemerkte ich auf den Langzeitbelichtungen wie sich langsam ein leicht rötlich/rosa/oranger Schimmer breit machte und die Sterne schwanden. Der Sonnenaufgang begann! Was dann folgte, will ich mal mit einem Zitat eines Berichtes des Fotografen Stefan Somogyi aus dem Fotografie-Magazin Kwerfeldein erläutern:

„Als ich vor zwei Jahren damit begann, die verschiedenen Bereiche des Sees zu fotografieren, wusste ich noch nicht, dass die Farben bei Sonnenauf- und untergang mein Empfinden für immer verändern würden.“

Ich hab nun schon ein paar Sonnenaufgänge abgelichtet gehabt bis dato, aber so ein Farbensprektrum war mir in dieser Charakteristik noch nie untergekommen. Um es kurz und pägnant zu sagen: Brachial!

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Der Sonnenaufgang war also im Kasten und ich machte mich auf den Weg zurück zum Auto. Bei Tageslicht sah ich dann auch endlich mal den Pfad vom Hinweg und was soll ich sagen, es geht teilweise knapp 2m zum Ufer hinab! Selbst mit Taschenlampe hab ich das nicht so wahrgenommen!

Der Rest vom Fest

Nachdem ich nun wieder am Auto angekommen war, wollte ich die anderen beiden Spots noch besichtigen. Zunächst also gings in Richtung Bodman um mir dort einen Parkplatz zu suchen. Direkt an der Uferpromenade ist ein kleiner Parkplatz von dem aus es sich bequem in beide Richtungen laufen lässt. Am Pier ist dann ein kleiner verlassener ehemaliger Kiosk, denn ich gleich als kleinen „Lost Place“ mitgenommen habe. Nach ca. 1,5 Std. Fussmarsch und ein paar sehr interessante Eindrücke bin ich wieder am Auto angelangt. Die Sicht war nun extrem trüb und die Sonne brach ziemlich herein, darum hab ich dort keine Seebilder mehr geschossen. In Bodman gab es zudem zu dieser Zeit in einem italienischen Restaurant namens Gallardo – direkt in Ufernähe – eine kleine Ausstellung des oben erwähnten Fotografen zu besichtigen.
Nun ging es weiter zur letzten Station am Bodensse, zum Naturschutzgebiet am Mindelsee. Leider war ich genau zwischen den Jahreszeiten gefangen, der Winter hatte noch deutliche Spuren hinterlassen und der Frühling ist zu der Zeit noch nicht angekommen gewesen. Ich entschloss mich dazu das Stativ dort nur noch für ein paar meiner Selbstportraits vom Rücken zu schnallen und genoss lieber den Rundweg am See und die Vegetation.

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Danach gings wieder ab in Richtung Heimat, wo ich mich jedoch kurzfristig und spontan noch auf einen Abstecher einigen konnte zu den Scheidegger Wasserfällen. Die Wasserfälle waren beeindruckend, aber es war bereits Nachmittags, die Sonne brach herein und der Schnee blendete tief. Mein ND4-Filter war dazu unzureichend, trotz Blende 22 erreichte ich keine befriedigendes Ergebnisse. Ich schoss an einem kleinen Wasserfall noch ein paar Makroaufnahmen und fuhr dann gegen 16 Uhr entgültig nach Hause! Ein 14-Stunden-Marathon ging zuende.

 

Ergebnisse:

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

4 Kommentare

  1. 1. Juni 2013
    Antworten

    Mal wieder ein toller Beitrag in gewohnt lockerer Schreibweise. Die Linie ins Wasser am barocken Badehaus hast du toll eingefangen. Der Kiosk ist inzwischen abgerissen. Klasse finde ich auch den DIY Blitzaufsatz a la „Pringles-Macroblitz“.
    Ciao Thomas

  2. 14. August 2014
    Antworten

    tolle fotos – bin über heise auf deinen blog gekommen, du „todes-voyeur“. etwas makaber, aber auch super fotos.
    schreibe dir, weil ich am bodensee wohne und auch ein wenig fotografiere. da haben mich deine aufnahmen sehr bewegt. sind zum teil im ganz frühen morgenlicht gemacht, oder?
    dickes lob an dich. mach weiter so.
    werde sicher noch weiter in deinem fotoblog herumblättern.

    • flosenART
      15. August 2014
      Antworten

      Servus Stefan,

      danke für Dein Feedback! Japp die Bilder entstanden zwischen 4 und 9 Uhr am Morgen. Als die Sonne zum Vorschein kam, wurde es dann ziemlich schnell trüb an diesem Tag. Der Bodensee ist immer ne Reise wert und von mir aus nur mit 20 Minuten Fahrt verbunden (bis Lindau). Ich war dieses Jahr schon ein paar mal dort, komm leider nur nicht zum Artikel schreiben aktuell. Deshalb werden im Laufe des Jahres noch 1-2 Bodenseeartikel kommen 🙂

      Grüße floSen

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