Lofoten im Winter 2014 – Die Zusammenfassung

Austvågøy

 

Austvågøy

austvagoy
Ich werde die Insel – wie bereits erwähnt – in geographische Abschnitte unterteilen. Der Anfang macht also somit Austvågøy.

(Link zur Google-Maps-Karte)

Wir hatten hier in der Stadt “Svolvær” auch unsere Robuer-Unterkunft. Es war also sozusagen unser täglicher Start- und Zielpunkt. Vom Flughafen Harvik aus, benötigten wir mit dem Auto gute 2,5 Std. bis wir in Svolvær angekommen waren.

LAUKVIK

Wir fangen somit gleich im hohen Norden der Insel an. Laukvik, ein Leuchtturmspot. Gefühlt 80% der Leuchttürme auf den Lofoten hatten denselben Architekten. Wieso? Sie sehen einfach alle identisch aus. Kleine Zwerge mit roten Mützen. Das Besondere ist natürlich immer die Landschaft und die dazugehörige Stimmung. Wir hatten bei unserem Leuchtturmbesuch am Montagnacht in Laukvik die besondere Ehre eines Eisregens. Nein, nicht wie bei uns, ein wenig Eis hier, ein wenig Eis dort… nein, alles, aber auch wirklich ALLES war mit dieser verdammt rutschigen Masse überzogen. Mit unserem Mietwagen konnte ich auf der Geraden immerhin mit maximal 50KM/h fahren, in den Kurven waren teilweise 30KM/h schon zu schnell. Irgendwie hab ich es dann doch geschafft unsere Truppe sicher an den Spot zu bringen und ich zog erstmal meine Grödeln an. Ein sicheres Laufen auf diesem Untergrund war einfach nicht möglich.

Der Himmel lichtete sich nun am Leuchtturm ein wenig und der Mond erhellte die Landschaft. Es begann sich eine sehr sehenswerte Stimmung zu entwickeln. Die Kirsche auf der Sahne waren hierbei natürlich die Reflektionen auf den mit Eis überzogenen Felsstrukturen.

KIRCHE VON SILDPOLLNES

Ein anderer Fotospot für uns lag direkt an der E10. Zunächst aber noch ein kleiner Exkurs zu dieser ominösen E10, denn die Straßenbezeichnung wird hier immer wieder auftauchen. Es handelt sich hierbei um die selbsternannte Hauptstraße der Lofoten, über die sich die kompletten Lofoten abfahren lassen und sämtliche Inselteile – ausgenommen die Inseln Røst und Værøy – über Brücken und Tunnel miteinander verbindet.
Somit zurück zum zuvor erwähnten Spot, die Kirche von Sildpollnes. Schon am ersten Tag auf der Fahrt von Evenes zu unserem Quartier nach Svolvær, fiel uns diese auf einer Landzunge gelegene Kirche ins Auge. Wir entschlossen uns also am Mittwoch in den frühen Morgenstunden diese Kirche in den Fokus zu nehmen. Das Licht war an diesem Tag nicht optimal, weil der Himmel sich mehr oder weniger bewölkt zeigte und alles in einer hässlichen Orange-Kack-Gelb-Tönung tauchte. Machte aber nichts, muss man trotzdem mal gesehen haben. Die Kirche liegt direkt auf einer Landzunge im Austnesfjord vor herrlichem Bergpanorama. Also wenn die Lichtsituation dementsprechend sein dürfte, würde ich den Spot definitiv empfehlen. Parken lässt sich übrigens direkt an der E10 auf einem kleinen Parkplatz. Die Parkgelegenheit ist etwas erhöht und man erhält von dort aus einen schönen Blick runter auf die Kirche und dessen Umfeld.

SVOLVÆR FLUGHAFEN

Auf dem Rückweg von der Sildpollnes Kirche offenbarte die Insel dann aber noch seine ganze Schönheit. Auf Höhe des Svolvær-Flughafens, riss plötzlich die Wolkendecke auf und bot uns eine schöne Lichtstimmung. “HIER REIN!” schallte es aus den hinteren Sitzreihen und zack parkte ich das Auto gekonnt mitten auf der Zufahrtsstraße des Flughafens. Warum? Weil ich es kann :-). Thomas ist anschließend auf eine kleine Insel durchs Wasser gegangen, von da aus er einen besseren Blick auf das geschehen hatte. Nun ja, vielleicht wusste er es bis dato noch nicht, aber nur Jesus Christus – der Erlöser – konnte einst über das Wasser gehen. Wieso? Weil Thomas leider die nahende Flut nicht ganz kalkulierte und jene Steine, die vorher schon leicht unter Wasser standen, waren nun nach ein paar Minuten Fotoarbeit schon mehrere Zentimeter unter der Wasseroberfläche verschwunden. Es gab also somit für Ihn eine kostenlose Kneippkur norwegischer Art. Manfred und ich hatten jedoch sichtlich unseren Spass an der Situation *lach*

SVOLVÆR STADT

Nach dem Flughafen von Svolvær, Ihr ahnt es schon, trifft man unweigerlich auf die Stadt Svolvær. Unserem Dreh- und Angelpunkt. Ich fasse hier mal die Bilder zusammen. Die Aufnahmen entstanden während unserem gesamten Aufenthalt über alle direkt an unserem Robuer-Quartier an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten.

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Unser Quartier lag direkt am Hafen und wir hatten eine super Sicht aufs geschehen. Zumal bei so einer Aussicht das Aufstehen nach einer kurzen Schlafphase deutlich leichter fällt.

KABELVÅG

Am letzten Tag unserer Reise blieben wir im Quartier. Während Thomas sich im aufgewärmten Wohnzimmer den ganzen langen Tag über aufs Sofa kuschelte und das norwegische Fernsehprogramm genoss, waren Manfred und ich ein wenig aktiv. Manfred erstellt gerne Zeitrafferaufnahmen und ich hatte zuvor damit noch nie was am Hut. Da Draussen uns ein eisiger Wind ins Gesicht peitschte und es „real feel“ etwa -20°C hatte, war der Tag für mich also wie dafür gemacht in die Materie ein wenig reinzuschnuppern. Manfred wies mich ein, zeigte mir ein paar Handgriffe und bot mir an sein Zeitrafferequipment zu benutzen. Nichts Spektakuläres ist dabei rausgekommen, aber immerhin meine ersten beiden Zeitraffer und ich weiss nun wie ich damit umzugehen hab. Hier die beiden erstellten Zeitraffer aus dem Hafen von Svolvaer, direkt von unserer Quartiertterasse aus.

Link zum Zeitraffervideo(1) auf YouTube

(Link zum Zeitraffervideo(2) auf YouTube)

Vor unserer Zeitraffer- und Kuschelsofaaktion, entschlossen wir uns noch den Sonnenaufgang im benachbarten Kabelvåg mitzunehmen. Es war eine „Gut-Glück“-Aktion, weil wir uns zuvor keine Stelle am Hafen aussuchten, sondern einfach spontan irgendwo unsere Kameras aufstellten. Kabelvåg selbst liegt ca. 20 Minuten von Svolvær entfernt und hat einen geschichtsträchtigen Hafen. Leider war die gewählte Stelle nicht wirklich optimal, aber trotz des extremen Windes und der beissenden Kälte an diesem Morgen, war der Sonnenaufgang für ein paar Minuten ein wirklich schönes Schauspiel.

BUCHT VON HOPSVEIEN

Wir verlassen gedanklich Kabelvåg und folgen der E10 weiter. Die ersten Tage waren ja bekanntlich nicht gerade von Kaiserwetter geprägt, so waren wir umso erfreuter, als sich am Montagnacht erstmals der Himmel über uns ein wenig lichtete. Wir brachen vom Quartier in Svolvær auf und begaben uns in eine Bucht bei Hopsveien. Ich knipste nicht viel, aber das eine Bild war es definitiv wert. Unter Tage ist die Stelle sicherlich auch verdammt toll, zumal die Stelle an der Bucht eine alte Bunkeranlage sein könnte. So genau konnte ich es nachts nicht erkennen und mein Ultraschallwellenblick war zu dem Zeitpunkt leider außer Betrieb.

AUSTVÅGØY ALLGEMEIN

Auf dem Weg zur Gimsøy-Insel, kommt man immer wieder an ein paar schönen Stellen vorbei. Gut, dass trifft so ziemlich auf die kompletten Lofoten zu, aber trotzdem möchte ich Euch ein paar Eindrücke des Weges zusammenfassend zeigen. Wunderschön fand ich ja die “Stairway from hell to heaven”, was wohl eine Art Skipiste oder was auch immer darstellen sollte. Kurz vor der Gimsøybrücke hatten wir zudem mal das Glück, eine wunderschöne Spiegelung im Wasser abzulichten.

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Das Wasser war einfach glatt wie ein Babypopo. An diesem Tag trafen wir auch auf einem Touribus mit I-Pad-Fotograf(f)en. Ein Anblick für Götter 🙂 Ebenfalls auf Höhe der genannten Brücke gibt es eine Landzunge. Am regnerischen Dienstag nahmen wir die Tortur auf uns und liefen dort raus. Trotz des Regens, gab sich das Wasser karibisch Blau. Glaub ich zumindest… ok, ich weiss es nicht, ich war noch nie in der Karibik.

Und damit möchte ich das erste Kapitel meiner Reise schließen. Ich gestatte Euch nun, eine kurze Pinkelpause einzulegen. Der Umfang wird nicht weniger werden.

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

15 Kommentare

  1. Timm
    26. März 2014
    Antworten

    Sehr gelungener Bericht, Stimmungsvolle Aufnahmen, einfach klasse, *troim*

    • flosenART
      26. März 2014
      Antworten

      Danke Dir, schön wenns gefallen hat. Die Gegebenheiten dort lassen fast nichts anderes über als Stimmungsvolle Aufnahmen.

  2. Anita
    28. März 2014
    Antworten

    So, endlich bin ich durch. Wirklich durch, bis zum Ende gelesen.
    Danke für den ausführlichen Bericht, du hast mich ja schon vorgewarnt, ich hab mich sehr amüsiert.

    Die Bilder find ich teilweise sehr, sehr gut, auch wenn ich auf die fehlenden Fisch-Köpfe hätte verzichten können. 😉 Einzelne zu kommentieren, macht kein Sinn, da würde ich morgen früh noch tippen. Das Leuchtturm-Bild wünsch ich mir immer noch als 16:9, die Aurora-Bilder sind alle sehr beeindruckend. Und das türkise Karabik-Wasser gefällt mir auch sehr gut.

    Deinen Bilder machen Lust selber hinzufahren, aber nach der Beschreibung des Landeanflugs, warte ich lieber, bis das Beamen endlich erfunden wurde.

    • flosenART
      29. März 2014
      Antworten

      Hui, jemand wo den Artikel ganz gelesen hat, dann hat sich die Tippselarbeit ja doch gelohnt 🙂 Dank Dir für die Worte und die 16:9-Reihe wirds dann auf meiner Facebookseite irgendwann im laufe des Jahres mal geben. Vorerst kann ich die Lofotenbilder nicht mehr sehen. Hab mir jetzt noch ein 49×28 Bilderband erstellt und die Fotos ins Archiv gelegt.
      Hehe, ja der Landeanflug war nicht ohne, aber Du hast die möglichkeit auch mit dem Auto und per Schiff dort anzureisen. Also tu Dir keinen Zwang an, mich wirds definitiv wieder dorthin ziehen. Allerdings steht jetzt erstmal Island und im Frühjahr 2015 Schottland auf dem Zettel.

  3. 29. März 2014
    Antworten

    Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt – die Photos sind beste Werbung für die Lofoten (eins davon habe ich – wenn ich nicht irre – bei heise.de gesehen).
    Danke für die Photos und den ausführlichen Bericht!

    • flosenART
      29. März 2014
      Antworten

      Definitiv! Und es war auch nicht meine letzte Reise dort hin. Jepp, auf heise.de, view.stern.de und bei nationalgeographic.de waren und sind die Bilder “Bild-des-Tages” gworden. Hat mich sehr gefreut 🙂

      Grüße floSen

  4. 30. März 2014
    Antworten

    Sehr ausführlich dein Reisebericht, ich habe ihn mir auf 2 Tage aufgeteilt und so doppelt Freude dran gehabt.

    Die Lofoten sind echt ein Traum – das kann ich aus eigener Erfahrung von vor einem Jahr sagen. Damals lag allerdings soviel Schnee das ein oft gewünschtes Halten am Straßenrand nicht möglich war.
    Deine Idee in Reine nicht vom Standartspot zu fotografieren hat sich echt gelohnt. Wir standen mit unserer Gruppe damals leider auch nur dort. Bei meinem nächsten Besuch möchte ich dort unbedingt irgendwo an Höhe gewinnen und eine der malerischen Buchten von weiter oben fotografieren – deshalb wird es mich wohl zur Schneelosen Zeit mal hochziehen. Wenn die Preise dort oben nicht so horrend wären könnte ich mir einen Jährlichen Besuch in Norwegen sehr gut vorstellen.

    • flosenART
      30. März 2014
      Antworten

      Hey, dank Dir für das Feedback und fürs lesen! Ja, man könnte bei Reine auch auf eine Anhöhe gehen, direkt unterhalb des angrenzenetn Berges, sollte das machbar sein. Zu Beginn war ich enttäuscht, dass wir nicht soviel Schnee hatten, aber ich muss im nachhinein sagen, dass es sogar gut war. So hatten wir fast jedes Szenario. Mit Schnee, ohne Schnee, Sonnenschein, Regen, Eisregen. Ich möchte gerne mal noch im Sommer zur Mitternachtssonne hoch und vor alleme in paar Bergtouren unternehmen. Mal schauen, wann sich dieses Vorhaben umsetzen lässt. Meine Frau möchte, nach dem Sichten der Bilder, nun auch unbedingt im Winter dort hin 🙂 Andererseits fände ich auch die Gegend um Tromso sicherlich interessant, müssen ja nicht immer nur die Lofoten sein, wobei Landschaftlich diese schon eine Wucht sein. Wie dem auch sei, jetzt steht sowieso erstmal eine Schottlandrundreise auf dem Zettel.

  5. 30. März 2014
    Antworten

    jetzt hab ich ganz vergessen dir für deine Karten mit den Haltepunkten zu danken, da kann man für die eigene Reise viel mitnehmen, auch wenn es dort praktisch überall sehenswert ist 😉

    • flosenART
      30. März 2014
      Antworten

      Hehe, kann mal passieren 🙂 Ja, wenn man bedenkt, dass wir 50% unserer Spots nicht durchgebracht haben, weil die Gegend einfach soviel außerhalb der geplanten Spots zu bieten hatte. Ich glaube es gibt keine wirklichen “schlechten” spots dort. So zumindest mein Eindruck.

  6. 2. Mai 2014
    Antworten

    Respekt für diesen super Bericht. Vielen Dank, genau einen solchen habe ich gesucht. Ich habe vor, nächsten Februar die Lofoten zu bereisen. Wie sieht das mit den Fahrzeiten aus von Svolvær zu den einzelnen Inseln? Kannst du mir evtl. eine Unterkunft empfehlen?

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    • flosenART
      12. Mai 2014
      Antworten

      Grüße in die Schweiz! Danke für das Feedback. Also eine Unterkunftsempfehlung in Svolvaer steht im Artikel, eine andere Unterkunft kann ich leider nicht empfehlen. Worüber man sich aber bereits im Voraus im Klaren sein sollte, wo die Fotospots liegen. Von Svolvær bis nach Reine fährt man schon mal gute 3 Std. wenns hoch kommt. Ebenfalls muss berücksichtig werden, dass man wohl kaum durch fährt, ohne irgendwo einen Halt zu machen und zwischendurch mal was anzusehen oder zu knipsen. Somit erhöt sich die Reisezeit enorm. Ich für meinen Teil werde bei meinem nächsten Lofotenbesuch ein Quartier in der Mitte bei Leknes/Ramberg suchen, weil mich die Spots dort einfach mehr reizen. Willst Du mehr die Anfänge der Lofoten ergründen, empfiehlt sich Svolvaer. Ein Quartier direkt in Reine würde ich nur den Leuten empfehlen, die kein Problem mit Fischgeruch haben 😉 der powered in der Gegend schon ordentlich.

      Grüße floSen

  7. Alaric
    1. Februar 2018
    Antworten

    Auch von mir Grüße in die Schweiz – ich habe dort mal gearbeitet.

    Vielen Dank für deinen tollen Bericht – da ich demnächst auf die Lofoten fahre ist er eine ausgezeichnete Vorbereitung für meine eigene Reiseplanung.
    Deine Bilder sind eine Pracht, du hast toll fotografiert und auch die Bildbearbeitung gefällt mir ganz ausgezeichnet. Du verstehst dein Handwerk!
    Die Kommentare zu den Bildern und deine Reisebeschreibung finde ich äußerst informativ und witzig – und runden das Ganze wunderbar ab.

    Ich fliege am 1. März und werde mein Quartier in Leknes beziehen und dann immer wahlweise nach Westen und Osten fahren.

    Viele Grüße
    Alaric

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