Lofoten im Winter 2014 – Die Zusammenfassung

Flakstadøy

Flakstadøy

flakstadoy
Wir kommen jetzt wohl zum kleinsten Abschnitt im Artikel. Zwar wird dieser immer noch ein wenig umfassender als der Gimsøy-Abschnitt, aber der gehörte ja streng genommen zu Vestvågøy. Die Natur um uns herum wurde rauer, die Straßen enger und das Gefälle deutlich steiler. Die Lofoten fangen sich langsam an zusammenzuziehen und man weiss sofort, man nähert sich dem Ende. Ungeachtet der Tatsache, dass ich auf diesem Inselabschnitt beinahe zwei vierbeinige Schneehasen auf dem Gewissen gehabt hätte, hat dieser Inselbereich trotzdem noch viel zu bieten. Leider konnten wir nicht alles mitnehmen, da aus fahrtzeittechnischen Gründen die ersten Beiden Inselabschnitte einfach spontaner für uns zu bereisen waren.

(Link zur Google-Maps-Karte)

MYRLAND BEACH

An der Abzweigung, wo wir zuvor nördlich zu den Stränden von Haukland und Uttakleive abbogen, folgten wir diesmal den Straßenverlauf der E10. Es ist der erste Inselabschnitt, der nicht über eine Brücke erschlossen wurde, sondern über einen Tunnel. Der Napstraumtunnel. Keilförmig angelegt, verbindet er Vestvågøy mit Flakstadøy.

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Direkt nach dem Tunnel nahmen wir in der Auroranacht am Dienstag die Abzweigung nördlich hoch zum Strand von Myrland. Es war eine absolute Spontanentscheidung. Wir hatten am Dienstag in Reine die blaue Stunde mitgenommen und waren eigentlich auf dem nach Hause weg. Plötzlich fragte Thomas, der sich selbst zu diesem Zeitpunkt mal einen kurzfristigen Smart- und Facebookentzug gönnte, was das für eine

„komische Wolke“

über uns sei?! Nach ein paar Augenblicken waren wir uns sicher,

„Das ist NORDLICHT!“

Schlagartig erwachte auch Manfred auf der Rückbank wieder zum Leben und quitierte dies mit den Worten

„Super, da draussen geht’s ab und wir sitzen im Auto“

Im Nachhinein kein Problem, weil wir hatten ja die ganze Nacht über bis nach Eggum hoch anhaltende Stöße. Die Bilder die nun folgen sind wahrlich nicht die schönsten Aurorabilder, aber es war meine fuckin‘ erste Aurorabegegnung! Das vergisst man einfach nicht…

FLAKSTADBEACH

Vom Strand zurück folgen wir nun auf der Karte dem Verlauf der E10 weiter in Richtung Inselende. Kurz vor Ramberg schlugen wir am Dienstagnachmittag und in der Nacht von Freitag auf Samstag am Strand von Flakstad auf. Kurz davor könnte man noch einen Abstecher zur berühmten Flakstad Kirche machen, was wir jedoch nicht taten. Direkt am Strand gibt es einen kleinen Rastplatz, mit den einzigen – von mir wahrgenommen – öffentlichen Toiletten entlang der E10. Sicherlich eine schöne Sache wenn man mal muss und die Toiletten nicht abgesperrt wären, da bleibt einem nur der legendäre „Botanikschiss“ übrig. Am Dienstag stand direkt auf dem Parkplatz ein silberner Volvo, dessen Fahrzeugführer zufällig ein deutsches Pärchen war, welches ich später am Eggum-Spot wiedersehen sollte.

„Duuuu warst das mit der roten Puschelmütze. Ich sagte noch zu meinem Mann, der lichtet uns gerade ab!“

Tja… unverhofft kommt oft ;-). Der Strand war am Dienstag sowohl als auch am Donnerstag aufgrund der Wettersituation nicht gerade eine Augenweide für uns. Trotzdem, wir sind ja keine Schönwetterfotografen, somit macht man aus jeder Situation einfach das Beste. Als wir Donnerstagnacht dort aufkreuzten, war der Himmel ebenfalls mit Wolken übersäht. Nichtsdestotrotz ging ich runter an den Strand und schoss einige Aufnahmen. Die Wolken erstrahlten in einem hellen Grün, es ging also merklich ab über der Wolkendecke. Wer übrigens gut zu Fuss ist, kann vom Rastplatz aus noch zu einem Leuchtturm an der Brandung laufen!

RAMBERG

Währen unseres Tagesaufenthaltes am Strand von Flakstad ermunterte ich zur fortgeschrittenen Stunde, wir sollten uns möglichst bald in Richtung Ramberg aufmachen, der Sonnenuntergang naht schließlich. Nicht Alle waren damit einverstanden, aber da mussten sie durch. Schließlich hatten wir schon gefühlte 3.000 Strandfotos im Gepäck und ein Sonnenuntergang musste meiner Meinung nach nicht auch noch am Strand stattfinden. Da wir aufgrund der Wetterlage sowieso nicht so viele Sonnenuntergänge miterleben sollten, muss man eben Kompromisse eingehen. Somit ging es also weiter nach Ramberg. Am Ende des kleinen Fischerdörfchens parkten wir und genossen dort den herrlichen Sonnenuntergang. Der Spot war voll okay, auch wenn ich gerne noch etwas weiter gefahren wäre, aber dazu kamen wir einfach zu spät in Flackstadbeach weg.
Leider passierte mir dort ein kleines Missgeschick und ich vergaß vor lauter Sonnenuntergang irgendwie richtig zu fokussieren. So ist es wie es ist, ein paar meiner Bilder sind unscharf geworden. Macht aber nichts, die Erinnerung zählt, auch wenn es ärgerlich ist. Ich bin drüber hinweg *lach*

Huch? Das ging aber fix! Wir schließen das Flakstad-Kapitel und widmen uns dem letzten Teil der Insel. Mich würde interessieren, wie viele Menschen es bis hierher geschafft haben zu lesen.

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

15 Kommentare

  1. Timm
    26. März 2014
    Antworten

    Sehr gelungener Bericht, Stimmungsvolle Aufnahmen, einfach klasse, *troim*

    • flosenART
      26. März 2014
      Antworten

      Danke Dir, schön wenns gefallen hat. Die Gegebenheiten dort lassen fast nichts anderes über als Stimmungsvolle Aufnahmen.

  2. Anita
    28. März 2014
    Antworten

    So, endlich bin ich durch. Wirklich durch, bis zum Ende gelesen.
    Danke für den ausführlichen Bericht, du hast mich ja schon vorgewarnt, ich hab mich sehr amüsiert.

    Die Bilder find ich teilweise sehr, sehr gut, auch wenn ich auf die fehlenden Fisch-Köpfe hätte verzichten können. 😉 Einzelne zu kommentieren, macht kein Sinn, da würde ich morgen früh noch tippen. Das Leuchtturm-Bild wünsch ich mir immer noch als 16:9, die Aurora-Bilder sind alle sehr beeindruckend. Und das türkise Karabik-Wasser gefällt mir auch sehr gut.

    Deinen Bilder machen Lust selber hinzufahren, aber nach der Beschreibung des Landeanflugs, warte ich lieber, bis das Beamen endlich erfunden wurde.

    • flosenART
      29. März 2014
      Antworten

      Hui, jemand wo den Artikel ganz gelesen hat, dann hat sich die Tippselarbeit ja doch gelohnt 🙂 Dank Dir für die Worte und die 16:9-Reihe wirds dann auf meiner Facebookseite irgendwann im laufe des Jahres mal geben. Vorerst kann ich die Lofotenbilder nicht mehr sehen. Hab mir jetzt noch ein 49×28 Bilderband erstellt und die Fotos ins Archiv gelegt.
      Hehe, ja der Landeanflug war nicht ohne, aber Du hast die möglichkeit auch mit dem Auto und per Schiff dort anzureisen. Also tu Dir keinen Zwang an, mich wirds definitiv wieder dorthin ziehen. Allerdings steht jetzt erstmal Island und im Frühjahr 2015 Schottland auf dem Zettel.

  3. 29. März 2014
    Antworten

    Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt – die Photos sind beste Werbung für die Lofoten (eins davon habe ich – wenn ich nicht irre – bei heise.de gesehen).
    Danke für die Photos und den ausführlichen Bericht!

    • flosenART
      29. März 2014
      Antworten

      Definitiv! Und es war auch nicht meine letzte Reise dort hin. Jepp, auf heise.de, view.stern.de und bei nationalgeographic.de waren und sind die Bilder “Bild-des-Tages” gworden. Hat mich sehr gefreut 🙂

      Grüße floSen

  4. 30. März 2014
    Antworten

    Sehr ausführlich dein Reisebericht, ich habe ihn mir auf 2 Tage aufgeteilt und so doppelt Freude dran gehabt.

    Die Lofoten sind echt ein Traum – das kann ich aus eigener Erfahrung von vor einem Jahr sagen. Damals lag allerdings soviel Schnee das ein oft gewünschtes Halten am Straßenrand nicht möglich war.
    Deine Idee in Reine nicht vom Standartspot zu fotografieren hat sich echt gelohnt. Wir standen mit unserer Gruppe damals leider auch nur dort. Bei meinem nächsten Besuch möchte ich dort unbedingt irgendwo an Höhe gewinnen und eine der malerischen Buchten von weiter oben fotografieren – deshalb wird es mich wohl zur Schneelosen Zeit mal hochziehen. Wenn die Preise dort oben nicht so horrend wären könnte ich mir einen Jährlichen Besuch in Norwegen sehr gut vorstellen.

    • flosenART
      30. März 2014
      Antworten

      Hey, dank Dir für das Feedback und fürs lesen! Ja, man könnte bei Reine auch auf eine Anhöhe gehen, direkt unterhalb des angrenzenetn Berges, sollte das machbar sein. Zu Beginn war ich enttäuscht, dass wir nicht soviel Schnee hatten, aber ich muss im nachhinein sagen, dass es sogar gut war. So hatten wir fast jedes Szenario. Mit Schnee, ohne Schnee, Sonnenschein, Regen, Eisregen. Ich möchte gerne mal noch im Sommer zur Mitternachtssonne hoch und vor alleme in paar Bergtouren unternehmen. Mal schauen, wann sich dieses Vorhaben umsetzen lässt. Meine Frau möchte, nach dem Sichten der Bilder, nun auch unbedingt im Winter dort hin 🙂 Andererseits fände ich auch die Gegend um Tromso sicherlich interessant, müssen ja nicht immer nur die Lofoten sein, wobei Landschaftlich diese schon eine Wucht sein. Wie dem auch sei, jetzt steht sowieso erstmal eine Schottlandrundreise auf dem Zettel.

  5. 30. März 2014
    Antworten

    jetzt hab ich ganz vergessen dir für deine Karten mit den Haltepunkten zu danken, da kann man für die eigene Reise viel mitnehmen, auch wenn es dort praktisch überall sehenswert ist 😉

    • flosenART
      30. März 2014
      Antworten

      Hehe, kann mal passieren 🙂 Ja, wenn man bedenkt, dass wir 50% unserer Spots nicht durchgebracht haben, weil die Gegend einfach soviel außerhalb der geplanten Spots zu bieten hatte. Ich glaube es gibt keine wirklichen “schlechten” spots dort. So zumindest mein Eindruck.

  6. 2. Mai 2014
    Antworten

    Respekt für diesen super Bericht. Vielen Dank, genau einen solchen habe ich gesucht. Ich habe vor, nächsten Februar die Lofoten zu bereisen. Wie sieht das mit den Fahrzeiten aus von Svolvær zu den einzelnen Inseln? Kannst du mir evtl. eine Unterkunft empfehlen?

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    • flosenART
      12. Mai 2014
      Antworten

      Grüße in die Schweiz! Danke für das Feedback. Also eine Unterkunftsempfehlung in Svolvaer steht im Artikel, eine andere Unterkunft kann ich leider nicht empfehlen. Worüber man sich aber bereits im Voraus im Klaren sein sollte, wo die Fotospots liegen. Von Svolvær bis nach Reine fährt man schon mal gute 3 Std. wenns hoch kommt. Ebenfalls muss berücksichtig werden, dass man wohl kaum durch fährt, ohne irgendwo einen Halt zu machen und zwischendurch mal was anzusehen oder zu knipsen. Somit erhöt sich die Reisezeit enorm. Ich für meinen Teil werde bei meinem nächsten Lofotenbesuch ein Quartier in der Mitte bei Leknes/Ramberg suchen, weil mich die Spots dort einfach mehr reizen. Willst Du mehr die Anfänge der Lofoten ergründen, empfiehlt sich Svolvaer. Ein Quartier direkt in Reine würde ich nur den Leuten empfehlen, die kein Problem mit Fischgeruch haben 😉 der powered in der Gegend schon ordentlich.

      Grüße floSen

  7. Alaric
    1. Februar 2018
    Antworten

    Auch von mir Grüße in die Schweiz – ich habe dort mal gearbeitet.

    Vielen Dank für deinen tollen Bericht – da ich demnächst auf die Lofoten fahre ist er eine ausgezeichnete Vorbereitung für meine eigene Reiseplanung.
    Deine Bilder sind eine Pracht, du hast toll fotografiert und auch die Bildbearbeitung gefällt mir ganz ausgezeichnet. Du verstehst dein Handwerk!
    Die Kommentare zu den Bildern und deine Reisebeschreibung finde ich äußerst informativ und witzig – und runden das Ganze wunderbar ab.

    Ich fliege am 1. März und werde mein Quartier in Leknes beziehen und dann immer wahlweise nach Westen und Osten fahren.

    Viele Grüße
    Alaric

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