Lost in Sachsen – Auf vergessenen Pfaden

Die W-Fragen

Warum, wieso, weshalb? Dies frägt man sich ständig, wenn man nach Lost-Places sucht und stundenlang mit der Recherche verbringt. Nun gut, die Spots sind eben zumeist alt, historisch und haben ein gewisses Flair. Ich bin mir sicher, dass sich 8 von 10 Lesern an den „Take nothing but pictures, leave nothing but footprints“-Kodex halten würden, aber die anderen Beiden fangen an irgendetwas zu verändern. Sei es nur die Schraube, die am falschen Platz liegt und an anderer Stelle viel mehr „Sinn“ machen würde. Aus diesem Grund habe ich mich dieses Mal dazu entschlossen keine Karte zu veröffentlichen.

Einen Hinweis gebe ich Euch trotzdem. Der Platz ist gar nicht so „geheim“, sondern doch recht öffentlich. Er liegt direkt an einem Teilabschnitt des berühmten Mahlerweges, der sich durch das komplette Elbsandsteingebirge zieht. Trotzdem sehen die Gebäude schon nicht mehr taufrisch aus und gerade die Hinweise an bzw. vor den Gebäuden, lassen darauf schließen, dass hier viel Unfug getrieben wird. Von daher, selber finden. Habt Ihr die Stelle gefunden, könnt Ihr dort wohl einen kompletten Monat verbringen. Verlassene Industriegebäude, aufgegebene Wohnhäuser, eingefallene Stromkraftwerke und ehemalige Mühlen. Für jeden sollte etwas dabei sein. Nein, den Spot gibt es auch nicht in den Kommentaren oder per E-Mail. Höchstens in einem persönlichen Gespräch unter vier Augen. Wenn ich Dich kenne. Wenn ich Dich überhaupt kennen möchte. Somit wären also die Sympathiepunkte verteilt, die Fronten geklärt, die Dislikes im Kasten und das Image aufpoliert. Ziel erreicht, ich fahre somit fort. PS: Ja, ich habe Euch doch auch lieb. Irgendwie. Ein bisschen.

Nö, die Zweite!

Was hatten wir schon alles in unserem kurzen Sommerurlaub hinter uns? Festung Königstein, die Bastei und den Kromlauer Park waren abgehakt und die Stadt Dresden war kulinarisch erkundet. Es sollte nun also vom tiefsten Sachsen zu meinem Bruder ins hessische Frankfurt gehen. Kulturschock war somit angesagt. Da wir jedoch früher als gedacht die Wohnung verlassen konnten und ich eben nicht ich wäre, wenn ich nicht noch was in petto gehabt hätte, brachen wir ins nahegelegene Pirna auf. Unser Ziel sollte das Gelände der „VEB Strömungsmaschinen Pirna“ im Stadtteil Sonnenschein sein. Ein hervorragender Lost-Place in der Nähe der dortigen ehm. Tötungsanstalt.

Leider kamen wir wohl ein paar Monate zu spät. Das Gebäude wurde schon kräftig renoviert. Schade, aber was will ich mit einem renovierten New-Lost-Place, in dem jetzt Eigentumswohnungen klaffen. ABER, ich hatte da noch ein Ass im Ärmel. Tz, natürlich hatte ich das *rolleyes*. Somit sollte es also nur unweit enfernt auf den besagten Weg gehen.

Cooooool

Ein Parkplatz ließ sich relativ schnell an der Nähe des dort fließenden Bächleins finden und wir konnten unseren letzten Fußmarsch auf sächsischen Boden beginnen. Gepflegt ignorierten wird zu Beginn eine Absperrung, welche uns vom Weitergehen abzuhalten versuchte. Der Grund war wohl die Wegbeschaffenheit, da man diverse Brücken passiert, deren beste Tage auch schon gezählt sind. Teilweise waren auch schon Teile hinabgebrochen und wir mussten diese über die Seitenträger der Brücke übergehen. Meine Vermutung ist, dass hier selbst der Mahlerweg an anderer Stelle schon umgeleitet wird und das Gebiet für die Wanderer gemieden wird. Zumindest glaube ich nicht, dass man jene über bauzaunhohe Absperrungen klettern lassen möchte *lach*.

Für einige von Euch mag das Gebiet jetzt nicht so spektacoolär sein, kennt man doch 1.000 andere Lost-Places persönlich oder durch Bilder anderer Fotografen. Wir hier im Allgäu tun uns jedoch etwas schwer mit solchen „Fundorten“. Ich selbst kenne genau vier Spots/Gebäude in meiner Umgebung (alte Militärbunker nicht miteinbezogen). Allein deshalb war dieser Weg schon mehr als interessant. Alle paar Meter trifft man auf das nächste alte Gebäude, welches einen förmlich zum Knipsen einlud. Allgemein ist wohl fast der komplette Osten der Himmel auf Erden für Lost-Place-Jäger.

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Als erstes kamen wir an einem alten und schon ziemlich eingefallenen ehem. Wasserkraftwerk vorbei. Ein Dach besitzt hier nur noch das Nebengebäude, welches auch begehbar ist. Das Hauptgebäude ist nur noch durch sein stehengebliebenes Gemäuer zu erkennen. Im Inneren waren noch die großen Turbinenrohre vorhanden. Der gekachelte Boden bot ein schönes Bild, ist aber nicht mehr wirklich stabil. Da das Kraftwerk unterkellert gewesen war, bricht hier der Boden an einigen Stellen schon nach unten durch.

Nachdem die Kraftwerksbesichtigung für uns beendet war, ging es weiter. Als nächstens passierten wird ein verdammt großes Denkmal, des wohl größten Dichter und Denkers unseres Landes. Es stand da einfach so, klafft an einer Felswand und vegetiert langsam vor sich hin. Kurz darauf standen wir auch schon vor einem ehem. Mühlengebäude, welches jedoch nicht zugänglich gewesen ist. Sämtliche Einstiege waren bereits vernagelt oder zugemauert.

Der Weg, den ich mir ursprünglich bastelte, wäre noch ein paar Kilometer weitergegangen. Da es aber aufgrund der Knipserei schon wieder Nachmittag geworden war, wir noch die Fahrt quer durch die Bundesrepublik vor uns hatten, machten wir an dieser Stelle Schluss. Hinweis noch am Rande: Sehr interessant fand ich die alten Schilder, Wegekarten und Wegweiser, welche nicht nur auf deutsch, sondern auch auf russisch verfasst wurden. Wie ich später nachlesen konnte, ist das nicht üblich, da zumeist nur deutsch und tschechisch zu lesen sei. Weshalb also hier russisch verwendet wurde… es wird seine historischen Gründe haben.

 

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flosenART Verfasst von:

Hallo, ich bin flosenart und bin nun gestorben.

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