Ruine – Neuenburg

Ein Knipser und Gentleman

Sommer, Sonne, Sonntag. Was macht man an solchen Tagen? Richtig, wenn man nicht gerade Nachts in den Bergen unterwegs gewesen war, schließt man Fenster und Türen, verdunkelt die Räume, setzt sich Nackt auf sein Sofa und startet seine Playstation.

So zumindest sieht es der Regelfall vor, wären da nicht diese verkappten Ausnahmen. Aus diesem Grund sollte es auch an jenem Sonntag nach Draussen gehen. Ein Gentleman wie ich bin, stellte ich meine Fetische nach hinten um für die Befriedigung der Dame von HoochisWelt zu sorgen. Burg. Ruine. Irgend so altes Zeug halt.

Diese Dinger lösen in mir nicht gerade einen Sturm der Begeisterung aus, aber so hat nunmal jeder seine fotografische Vorlieben und eben Dinge, die er sich gerne ansieht. Zugegeben, komme ich mit Begriffen wie „Wasserfall“, „Sonnenaufgang“ oder „Sonnenuntergang“ um die Ecke, sehe ich auch nur noch den Schweif von HoochisWelt am Horizont.

Nicht ohne meine Hintergedanken

Ich habe in meiner Karte mittlerweile etwa 25 Burgruinen im Allgäu markiert, die wir über die Jahre besichtigen werden. Ja, es gibt mehr als man denkt *lach*, sogar im Eistobel! Die 25 sind sicherlich nicht das Ende, aber für den Anfang erst einmal völlig ausreichend *lach*.

Die Burgruine Neuenburg bei Durach habe ich natürlich nicht ohne Hintergedanken herangezogen. Die direkt im Durachtobel liegende Ruine im Oberallgäu, sollte auf dem Weg noch eine schöne alte Brücke beherbergen. Ich habe mehrere solcher – halb verfallenen – Brücken mittlerweile markiert, aber diese hier stand noch auf „unbesucht“. Da ich für den Herbst solch eine Brücke benötige, wollte ich diese ebenfalls im Vorfeld besichtigen. Nichts ist schlimmer, als bei „perfekten“ Bedingungen an den Spot zu kommen und dann sieht es vor Ort ganz anders aus.

Damit Ihr wisst um welche Brücke es sich handelt, gibt es hier ein Archivbild:

Quelle: Panoramio
Quelle: Panoramio

Alle Mittelfinger hoch!

Alles neu, alles modernisiert. Weltklasse! Applaus! Leckt mich doch alle! Ihr könnt Euch ja noch an den Gollinger Wasserfall erinnern, dessen Anblick der Mühle nun auch erst einmal mehr nur in den Geschichtsbüchern anzutreffen sein dürfte. Auch im Durachtobel, wurde ich wieder von dieser hässlichen Seite der Modernisierung eingeholt. Wie die oben gezeigte Brücke aktuell (2015) aussieht? SO:

DSC_0215Kamera: D5803 Datum: 12.07.2015 - 17:53 Uhr Brennweite: 4.6mm Blende: f/2 Zeit: 1/640 sec ISO: 50
DSC_0214Kamera: D5803 Datum: 12.07.2015 - 17:53 Uhr Brennweite: 4.6mm Blende: f/2 Zeit: 1/160 sec ISO: 50

Wie viel Bock ich auf die „neue“ Brücke habe? Keinen! Erstaunt musste ich zudem feststellen, dass meine Quelle auch schon über 6 Jahre alt gewesen sein muss. An der Brücke klaffte nämlich ein Schild mit der Aufschrift „2009“. Also nur noch 30 Jahre abwarten und ich kann den Spot endlich für das Herbstshooting in Betracht ziehen. Man braucht ja noch seine Ziele.

Auch wenn ich etwas angepisst gewesen war, kann ich im nachhinein den restaurierten Weg empfehlen. Das sind dann eben die „Sonnenseiten“ solcher Geschichten. An jedem Eck finden sich Wasserspiele für Jung und Alt. Gerade Familien mit Kindern kommen hier voll auf Ihre Kosten. Wer mehr über den Weg erfahren möchte, der klicke hier.

Da war ja noch was

So. Beruhigen wir uns alle mal wieder. Ist ja halb so schlimm, kann man eben nichts machen. Es folgte ja noch die Ruine. Für die Frau. Die Burgruine Neuenburg um den Teufel beim Namen zu nennen.

Wie es sich wohl anfühlen muss, wenn man als Archäologe den heiligen Gral findet? Wenn man mit Elefanten die Alpen überquert und Lebend am Ende ankommt? Der Gesichtsausdruck von HoochisWelt hätte es in diesem Moment wohl am Besten dokumentiert. Endlich kein Wasserfall, kein Gipfel, kein Sonnenaufgang und kein Sonnenuntergang. Nein, Gemäuer und einfach ein paar Steine, gepaart mit einer leichten Brise Zeitgeschichte. Der Gentleman blickte nur genüßlich in Ihr zufriedenes Gesicht und schwieg. Der Gentleman blickte dabei mit der Gewissheit in Ihr Gesicht: Heute Abend Sex! Vielleicht.

DSC_0212Kamera: D5803 Datum: 12.07.2015 - 17:50 Uhr Brennweite: 1.81mm Blende: f/2.8 Zeit: 1/100 sec ISO: 50

So muss es sich also anfühlen, wenn ich völlig euphorisiert gegenüber meinen eigenen Zielen bin. Aber gut… ich hab ja immer noch ca. 20 von solchen Ruinen vor mir, von daher muss und werde ich mich da durchkämpfen.

Er war stets bemüht.

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Meine Name ist Florian Schickling, der sogenannte "ich"-Part von "dasFLOSEN" und Autor sowie Knipser meines Blogs dasflosen.de. Grundsätzlich bin ich einfach gerne unterwegs, verbringe viel Zeit in der Natur und versuche schöne Momente und Eindrücke mit einer Systemkamera von Sony festzuhalten. Jeder Ausflug hat seine eigene Geschichte zu erzählen und da ich selbst das alleinige Betrachten von Bildern langweilig finde, kam mir die Idee mit dem Niederschreiben. Dieser soll nicht nur unterhalten, Eindrücke schildern und Bildmaterial liefern, sondern zugleich auch als Informationsquelle für mich, für die Interessierten unter Euch oder für die Nachwelt dienen.

4 Kommentare

  1. 21. Juli 2015
    Antworten

    Vielen Dank für die netten Worte…
    Etwas Abwechslung in der Motivauswahl hat noch keinem geschadet. 😛 Ich mache ja auch (fast) alles mit, was sich der Herr in den Kopf gesetzt hat. 😉
    LG Hoochi

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